Ernst-Bloch-Gesellschaft e.v.
Liebe Besucher der Webseite,
wir heißen Sie herzlich willkommen auf den Seiten der Ernst-Bloch-Gesellschaft. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, mit welchen Aktivitäten und Publikationen sich unsere Gesellschaft für das Studium und die Verbreitung des Werkes von Ernst Bloch einsetzt. Wir informieren über Person und Werk des Philosophen, über das Selbstverständnis der ihm gewidmeten Gesellschaft, ihre Zusammensetzung und ihre Aktivitäten.
Selbstverständlich erfahren Sie auch, wie Sie Mitglied werden und mitarbeiten können.
Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre und bedanken uns für Ihr Interesse im Namen der Ernst-Bloch-Gesellschaft.
Francesca Vidal
Präsidentin
Wer wir sind
Die Ernst-Bloch Gesellschaft e.V. ist eine internationale Gesellschaft. Sie will die Kenntnis des Werkes und des Wirkens Ernst Blochs fördern und vertiefen, die philosophische Forschung auf der Grundlage seines Werkes verstärken und sein Denken sowohl für die interdisziplinäre Diskussion als auch für die Öffentlichkeit fruchtbar machen und damit ein offenes Forum für kritische Philosophie darstellen.
Neuigkeiten & Events
Hier finden Sie eine Übersicht über aktuelle Neuigkeiten und Events rund um die Ernst-Bloch-Gesellschaft
Bloch-Newsletter 2025/2
Die Herbst-Ausgabe des Bloch-Newsletters enthält Hinweise auf Veranstaltungen, die in den kommenden Monaten anstehen und an denen die Bloch-Gesellschaft (teilweise) beteiligt ist. Zudem finden sich die üblichen Hinweise auf Neuerscheinungen vermerkt. Auch diese...
Programm zur Tagung „Blochs Müntzer“ (Nov. 2025)
Für die Tagung "Blochs Müntzer. Kontexte - Rezeptionen - Potenziale", die von der Ernst-Bloch-Gesellschaft (u.a.) gemeinsam mit der Stiftung LEUCOREA organisiert wird und die vom 21. bis zum 23. November 2025 in der Lutherstadt Wittenberg stattfinden wird, steht das...
Bloch-Newsletter 2025/1
Der aktuelle Bloch-Newsletter enthält einen Bericht zur Tagung "Bloch international", die Mitte April dieses Jahres in Ludwigshafen stattfand (ausgerichtet gemeinsam mit dem Ernst-Bloch-Zentrum), eine Buchbesprechung sowie etliche Hinweise auf Neuerscheinungen und...
Werdegang der Gesellschaft
1986: Gründungsversammlung der Ernst-Bloch-Gesellschaft (EBG) in Ludwigshafen unter Schirmherrschaft Karola Blochs (Bildmitte); Burghart Schmidt (links) wird zum ersten Präsidenten der EBG gewählt
1988: erste Tagung der EBG zum Thema „Ernst Bloch heute“; die Tagungen der EBG folgen einem Rhythmus von ein bis zwei Jahren
1989: die EBG wird auf Initiative von Francesca Vidal Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften (ALG)
2000: Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für Philosophie
2006: Francesca Vidal wird neue Präsidentin der EBG
2016: die Gesellschaft feiert ihr 30-jähriges Bestehen mit einer Jubiläumstagung zum Thema „Fremdes Zuhause, urvertraute Fremde“
Über Ernst Bloch
Der Kerngedanke seiner Philosophie wurde früh geboren: Von 1907 stammt das Manuskript Über die Kategorie des Noch-Nicht. Im ersten Hauptwerk Geist der Utopie von 1918 entwickelte Ernst Bloch sein Arbeitsproblem weiter: „Docta spes, das ist negativ wie positiv durchleuchtete Hoffnung.“ Der Weg seines Denkens führte ihn zum Korrelat der subjektiven Hoffnung: „Die Welt als Frage, das heißt selber als Experiment.“
Vor allem von Aristoteles, Hegel und dem jungen Marx ausgehend, verfolgte er Wirksamkeit und utopische Funktion des subjektiven und des objektiven Faktors (des Noch-Nicht-Bewussten und des Noch-Nicht-Gewordenen). Sein Hauptwerk Prinzip Hoffnung (1954 ff) entfaltet eine philosophische Enzyklopädie der Hoffnungsinhalte in der Geschichte des Denkens, der Künste und der Religionen. Das „offene System“ seiner Philosophie umfasst Logik, Rechts- und Religionsphilosophie ebenso wie Ästhetik und Politik.
Er war der letzte deutsche Philosoph, der Sprachgewalt, persönliche Autorität, Persistenz und spekulatives Denken ineins verkörperte.
Eindrücke aus der Tübinger Zeit
Zum Werk (in Auswahl)
Geist der Utopie (1918/1923)
Erschienen zuerst im Jahr 1918 im Verlag Duncker & Humblot (in einer zweiten, überarbeiteten Fassung dann erneut im Jahr 1923) beschreibt Ernst Bloch – vor dem Hintergrund von Weltkrieg, Staatenzerfall und Russischer Revolution – in seinem frühen Hauptwerk Geist der Utopie den Menschen als zur Utopie begabtes Wesen. In expressionistischer Sprache verfasst, nimmt die Auseinandersetzung mit Kunst in Geist der Utopie – insbesondere die mit der Musik (Kapitel zur Philosophie der Musik) – eine herausgehobene Rolle ein.
Thomas Münzer als Theologe der Revolution (1921)
Im Sinne eines frühen Spurenlesens in der Vergangenheit, auf der Suche nach Unabgegoltenem in der Geschichte schrieb Bloch ein Buch über den Reformator, Theologen und Revolutionär aus der Zeit der Bauernkriege – den vor allem in späteren Lebensjahren gemeinhin als ‚Konterpart Luthers‘ apostrophierten Thomas Münzer.
Spuren (1930)
Dass die Philosophie Blochs nicht von ihrer sprachlichen Vermittlung trennbar ist, wird in sämtlichen Werken des Philosophen deutlich – am klarsten allerdings zeugen wohl die Spuren von diesem Zusammenhang. Das Buch enthält Prosaminiaturen, die von – im Wortsinn – denkwürdigen Gegebenheiten erzählen, oftmals von Marginalien, die das ‚Spurenlesen‘ des Autors überhaupt erst sichtbar macht und an denen Bloch Kerngedanken seiner Philosophie anschließt.
Erbschaft dieser Zeit (1935)
In der Aufsatzsammlung Erbschaft dieser Zeit – zuerst erschienen im Jahr 1935 im Verlag Oprecht & Helbling – setzt sich Bloch mit der Entstehung des deutschen Faschismus auseinander. Er widersteht hierbei dem (vulgär-)marxistischen Reflex, den Nationalsozialismus schlichtweg als letzten Strohhalm von Kapitalinteressen zu deuten; stattdessen vertieft sich Bloch (maßgeblich über den Begriff der Ungleichzeitigkeit) in die Eigentümlichkeiten deutscher Geschichte und verdeutlicht, wie es den Nationalsozialisten gelang mittels Verdrehungen, Lügen und Geschichtsklitterung propagandistisch erfolgreichen Anschluss an Residuen aus der Vergangenheit herzustellen.
Subjekt - Objekt. Erläuterungen zu Hegel (1949)
Biographisch sehr früh, bereits in der Jugendzeit in Ludwigshafen, setzte bei Bloch die intensive Beschäftigung mit der Philosophie des deutschen Idealismus ein. Im Gesamtwerk fand diese Beschäftigung Niederschlag (u.a.) in der Schrift Subjekt-Objekt zur Philosophie Hegels. Die Arbeit erhebe, so Bloch selbst im Vorwort, „nicht den Anspruch, ein Buch über Hegel zu sein, sie ist eher eines zu ihm, mit ihm und durch ihn hindurch. Sie intendiert die durch Hegel und die Folgen bezeichnete Erhellung unseres geschichtlichen Woher, Wohin, auch Wozu.“
Das Prinzip Hoffnung (1954 ff.)
Legte man die Entwicklung originärer Gedanken, auch eine gewisse begriffliche Schärfe als Maßstäbe an, fällt es schwer, Blochs – unlängst zum geflügelten (wie sinnverzerrten) Wort in der Alltagssprache gewordenes – Das Prinzip Hoffnung als sein Hauptwerk zu bezeichnen. Was das Buch hingegen leistet, ist, einen Überblick auf die historischen Entwürfe vom besseren Leben zu geben: In enzyklopädischer Breite setzt sich Bloch in Das Prinzip Hoffnung mit Wünschen, Tagträumen und utopischen Entwürfen in der (vor allem: europäischen) Kulturgeschichte auseinander. Berührt werden The dreams of a better life (so der ursprüngliche englische Titel des Buches) u.a. in den Künsten, den Sozialutopien, der Architektur und der Medizin. Das Buch ist in mehreren Bänden zunächst im Aufbau-Verlag und dann bei Suhrkamp erschienen.
Atheismus im Christentum (1968)
Bloch plädierte – wiederum im Gegensatz zu etlichen seiner Zeitgenossen (insbesondere aus dem marxistischen Lager) – gegen Totalabsage und Verdammung von Religion aus politischen Auseinandersetzungen. Er sprach sich vielmehr für einen ‚Exodus aus Gott‘ (als bloß äußerlich bleibende Trost- und Erlösungsgestalt) und einen produktiven Anschluss an jene Bibelpassagen aus, die in Richtung Sozialrevolution weisen. Diese grundlegenden Überzeugungen erhellen den im ersten Moment paradox anmutenden Satz aus Atheismus im Christentum: „Nur ein Atheist kann ein guter Christ sein, gewiß aber auch: nur ein Christ kann ein guter Atheist sein“.
Experimentum Mundi (1975)
Eine systematische Darlegung der Philosophie Blochs liefert dessen spätes Hauptwerk Experimentum Mundi. Fertiggestellt im Jahr 1975, zwei Jahre vor dem Tod Blochs (und unter Mitarbeit von seinem Assistenten Burghart Schmidt), enthält das Buch eine Kategorienlehre, die mit ihren „Auszugsgestalten“ und „Transmissionskategorien“ den Prozesscharakter der Bloch’schen Philosophie unterstreicht – die Welt (mitsamt menschlicher Praxis in ihr) als unerledigtes Experiment.










