Über uns – Geschichte der Ernst Bloch- Gesellschaft

Wichtigste Daten:


1986

Dezember 1986
Beginn der Gründungsversammlung im Rathaus Ludwigshafen
Dezember 1986

Fortsetzung der Gründungsversammlung und offizielle Gründung der Ernst Bloch –

Gesellschaft unter der Schirmherrschaft und Anwesenheit von Karola Bloch

Auf Vorschlag von Gert Ueding wählt die Gründungsversammlung Prof. Dr.Burghart Schmidt zum 1. Präsidenten der EBG

Der Vorstand setzt sich zusammen aus:

-Prof. Dr Burghart Schmidt, Wien

-Dr. Beat Dietschy, Basel

-Prof. Dr. Gajo Petrovic, Zagreb

-Prof. Dr. Gérard Raulet, Paris

-Prof. Dr. Gert Ueding, Tübingen

-Dr. Karl-Heinz Weigand, Ludwigshafen

-Prof. Dr. Hermann Wiegmann, Oldenburg

5. Juni 1988

Erste Tagung der EBG in Ludwigshafen Thema: Ernst Bloch heute

Die Schirmherrschaft hatte wieder Karola Bloch übernommen. Die Tagungen der EB
G finden in ein- bis zweijährigen Rhythmus statt.

25.Mai 1989
Die EBG wird auf Initiative von Francesca Vidal Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften.
1990
  1. Jahrbuch der EBG: „Ernst Bloch heute“
1991

Das 2. Jahrbuch erscheint: „Aufrechter Gang auf bewohnbarer Erde“

Das Jahrbuch erscheint von nun an im ein- bis zweijährigen Rhythmus und wird den Mitgliedern zugesandt.

2000
Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für Philosophie
2006
Dr. habil. Francesca Vidal übernimmt die Präsidentschaft der EBG
2016
Die EBG wird 30 Jahre alt.


Die Geschichte der Ernst-Bloch-Gesellschaft

„…Die kompromißlose Selbständigkeit und Selbstbehauptung gegen die mannigfachen Versuche, sein Denken zu vereinnahmen und in eine der jeweils kursierenden Richtungen einzuordnen, haben aber natürlich nicht etwa verhindert, daß Bloch die Wirkung seines Denkens, ihre Bedingungen und Möglichkeiten stets mitbedachte, denn sie liegt in der Konsequenz der utopischen Philosophie. Eine Gesellschaft, die seinen Namen trägt und sich seinem Werk in Zustimmung, Kritik und Weiterführung verpflichtet weiß, vollzieht also zunächst nichts anderes als diesen Blochs Philosophie immanenten Wirkungsgedanken.“ (Gert Ueding an potenzielle Mitglieder 1986)

Gegründet wurde die EBG 1986 in Ludwigshafen, der Geburtsstadt Ernst Blochs, als ein Forum, das sich seit dieser Zeit bemüht, die Kenntnis des Werkes und des Wirkens von Ernst Bloch zu fördern. Die Stadt Ludwigshafen und insbesondere Oberbürgermeister Ludwig und Bürgermeister Rund unterstützten die Gründung personell und finanziell.

Es waren vor allem ehemalige Freunde, Assistenten und Studenten Ernst Blochs, die beschlossen hatten, eine philosophische Gesellschaft zu gründen, die auf internationaler Ebene Bloch-Forschung anregen, weiterführen und koordinieren sollte. Die Initiative ging von Gert Ueding aus, der viele an Bloch interessierte Wissenschaftler, Studenten und Personen des öffentlichen Lebens anschrieb und zu einer Gründungsversammlung nach Ludwigshafen einlud.

Bis heute aktive Gründungsmitglieder sind u.a. Burghart Schmidt, Gert Ueding, Gérard Raulet, Kunibert Hammer, Anne Fromann, Dodi Braun-Ribbat, Barbara Smitmans-Vajda, Gordana Škorić, damals Mitarbeiterin des Philosophen und Freundes von Ernst Bloch Gajo Petrović, der neben Burghart Schmidt, Gert Ueding, Gérard Raulet, Holger Häuselmann, Kunibert Hammer und Karlheinz Weigand zum ersten Vorstand der Ernst-Bloch-Gesellschaft gehörte. Schon damals repräsentierte der Vorstand eine international tätige Gesellschaft, und wenn man  im ersten Jahr beklagte, dass nur 100 Mitglieder sich einschrieben, so weiß man heute, dass das für eine philosophische Gesellschaft schon eine stattliche Anzahl ist . Inzwischen sind wir zwar einige mehr geworden, wollen uns aber auch damit natürlich nicht zufrieden geben.

Institutionen der Blochforschung

Die erste Tagung der Ernst-Bloch-Gesellschaft fand 1988 im Rathaus der Stadt Ludwigshafen statt und hatte den Titel ‚Ernst Bloch heute‘. Seitdem wurden regelmäßig Tagungen und Workshops veranstaltet, vorwiegend in Ludwigshafen, Tübingen, Berlin und am 8. Juli 2011 erstmals an der Universität in Landau. Das Tagungskonzept wurde seit der ersten Tagung mehrfach modifiziert. In den Anfängen der Gesellschaft wurden die Tagungen meist von der Gesellschaft alleine organisiert, oft mit Unterstützung der Stadt Ludwigshafen. Auch wurde der Ernst-Bloch-Preis   im Rahmen dieser Tagungen verliehen. Die Stadt stiftete diesen Preis 1985 zum 100. Geburtstage Ernst Blochs 1985 und verleiht ihn seitdem im dreijährigen Turnus nach Beschluss einer unabhängigen Jury. Heute organisiert das Ernst-Bloch-Zentrum in Ludwigshafen die Preisvergabe. (Link: http://www.bloch.de/kulturpreise/ernst-bloch-preis/).

Die Tagungen der Gesellschaft finden finden in der Regel im zweijährigen Rhythmus statt. Hinzugekommen sind Workshops, in denen aktuelle Bloch-Forschungen diskutiert oder von Fragestellungen Blochs aus neue Perspektiven philosophischen Nachdenkens erschlossen werden. Daneben hat die EBG die Zusammenarbeit und Koordination mit anderen Gesellschaften und Institutionen verstärkt. Schon lange bewährt hat sich die Zusammenarbeit mit dem Ernst-Bloch-Zentrum Ludwigshafen (Link: http://www.bloch.de ) und der Ernst-Bloch-Assoziation (Link: http://www.ernst-bloch.net/). Weitere Kooperationen haben in neuerer Zeit begonnen, so mit dem Kurt-Weill-Zentrum Dessau (Link: http://www.kurt-weill-fest.de/pages_d/kwz_1_0_0_0.html) , oder mit der Arbeitsgruppe ‚Blochblock‘ des katalanischen Künstlers Francesc Abad, der sich in Form der Konzeptkunst dem Werk Blochs widmet (Link: http://www.blockbloch.net/), oder schließlich besonders dem Bloch-Zentrum an der University of Sheffield in Großbritannien. Eine eigene Rolle spielen dabei Probleme der Übersetzung von Blochs Werken, die übrigens schon in den Anfängen der Gesellschaft von Françoise Wuilmart, Übersetzerin der Werke Blochs ins Französische, auf Tagungen  mehrfach diskutiert wurden.

Hervorzuheben ist auch die Kooperation mit der Heinrich-Heine-Gesellschaft (Link: http://www.heinrich-heine-gesellschaft.de) und dem Forum Vormärz Forschung (http://www.vormaerz.de/), die zu gemeinsamen Tagungen auf dem Hambacher Schloß und in Düsseldorf führte und in einem  Buchprojekt kulminierte.

Gemeinsam mit dem Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Siegen widmet sich die Gesellschaft auch der der Musikphilosophie  Ernst Blochs. Eine gemeinsame Tagung zusammen mit dem Ernst-Bloch-Zentrum und unter Schirmherrschaft von Wolfgang Rihm, deren Beiträge demnächst in einer Publikation erscheinen werden, ist das erste Ergebnis.

Befördert werden gerade solche Projekte durch die Mitgliedschaft der EBG in der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften (ALG) (Link: http://www.alg.de/) und in der Deutschen Gesellschaft für Philosophie (http://www.dgphil.de/home/).