Berichte und Besprechungen

Buchbesprechung: Revue Internationale de Philosophie 289 (2019): Sonderband Ernst Bloch (Hrsg. Johan Siebers)

von Manuel Theophil

Dass sich Geschichtsdeterminismus, Rationalität mit positivistischen Scheuklappen sowie postmoderne Beliebigkeiten zunehmend verausgabt haben, an Geltung verlieren, ist seit einigen Jahren bereits zu beobachten. Mit dem historischen Prozess als einem polyrhythmischen Gebilde, das von Brüchen geprägt ist und in dem sich das Subjekt – nicht wieder, sondern vielmehr fortgesetzt – als tätiges zeigt (insbesondere auch destruktiv), können sie keinen Umgang finden; Ausgeklammertes fordert sein Recht ein, und erfordert eine Erweiterung der Perspektive, die – folgt man Johan Siebers in seiner Einleitung zum Sonderband der Revue Internationale de Philosophie zu Ernst Bloch – auch die Bloch’sche Hoffnungsphilosophie mit einschließen sollte (vgl. S. 259).

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Tagungsbericht: Hoffnung, Utopie, Apokalypse – Ernst Bloch und die Religion (Berlin, 05.-07.03.2020)

von Manuel Theophil

Anfang März dieses Jahres lud die Ernst-Bloch-Gesellschaft gemeinsam mit dem Selma-Stern-Zentrum für Jüdische Studien und der Katholischen Akademie Berlin zu einer Tagung unter dem Titel Hoffnung, Utopie, Apokalypse – Ernst Bloch und die Religion nach Berlin ein.

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Buchbesprechung: Der Fall des Philosophen. Eine Archäologie des Denkens am Beispiel von Ernst Bloch

von Manuel Theophil

Weder psychoanalytische Fallgeschichte noch Biographie will Hanna Gekles neues Buch über Ernst Bloch sein, sondern der Versuch, eine doppelte Bewegung darzustellen: Es geht um den Nachvollzug der Verwicklung von analytischem Herausbringen (des Selbst) und produktivem Hervorbringen (des Werkes), was als eine „Archäologie des Denkens“ bezeichnet wird. Untersuchungsgegenstand dieser Archäologie sind vornehmlich Briefe Blochs sowie Texte aus dessen Frühwerk.

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Tagungsbericht: Jubiläumstagung der Ernst-Bloch-Gesellschaft „Fremdes Zuhause, urvertraute Fremde“. Mit Blochs Philosophie zum Thema ‚Fremd und Eigen‘.

von Manuel Theophil

Reichlich Spannkraft versprach die Jubiläumstagung zum 30-jährigen Bestehen der Ernst-Bloch-Gesellschaft, die am 11. und 12. November in Ludwigshafen unter diesem Titel stattfand. „Fremdes Zuhause, urvertraute Fremde“ ist die Überschrift einer Geschichte aus den Spuren, die sich bis zu den Grundfesten von Biografie und Werk Blochs hinabrankt. So blätterte sie für die Tagung ein Panorama auf, in dem Beiträge zu Kunst und Religion ebenso Platz fanden wie Bezüge zu aktuellen Forschungs- und Krisenkontexten oder die Rezeption des Bloch’schen Werkes im Ausland.

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Buchbesprechung: Staat und Politik bei Ernst Bloch

von Francesca Vidal

Der Philosoph Ernst Bloch war nicht nur Teil politischer Bewegungen, er hat diese immer auch als Ausdruck der Zeit wissenschaftlich interpretiert. Bloch war als Philosoph gesellschaftlich-politisch orientiert, immer war er dem im geschichtlichen Prozess erst Vorscheinenden zugewandt. Insofern ist seine Philosophie eine, die politische, kulturelle und philosophische Phänomene reflektiert und das Geschichtliche immer mit dem Utopischen in Verbindung bringt. Bloch war in und mit seiner Philosophie stets politisch, hat Stellung bezogen, Diskurse angeregt und reflektiert und er hat politische Bewegungen analysiert. Ist seine Philosophie deshalb politische Philosophie?

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Buchbesprechung: Resonanztheorie der Weltbeziehungen

von Ulrich Müller-Schöll

Blochs „Heimat“, als das, was allen in die Kindheit scheint, erfährt in Harmut Rosas neuem Opus Magnum „Resonanz“ einen interpretatorischen Richtungswechsel: „Die Heimat scheint uns in die Kindheit und deshalb nehmen wir als Erwachsene (auf der Suche nach dem Land, in dem noch keiner war) diesen Schein aus der Kindheit wahr.“

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Tagungsbericht: Aufrechter Gang im Sturm

von Ulrich Müller-Schöll

Blochs Heimatbegriff findet im Rahmen der Kritischen Theorie unerwartete Resonanz.

Bei einer Tagung zur „Aktualität der verschiedenen Varianten kritischer Gesellschaftsanalyse“ konnte man es durchaus merkwürdig finden, dass ihr Titel, „Der aufrechte Gang im windschiefen Kapitalismus“, keiner Spielart der kritischen Theorie entsprang, sondern einem (abgewandelten) Zitat von Ernst Bloch. Wir leben in einer Zeit, schien dies zu bedeuten, wo man wieder zu Metaphern greifen muss.

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Buchbesprechung: Blochs Link zur Welt

von Ulrich Müller-Schöll

Von Bloch gibt es bekanntlich keine wissenschaftliche Biographie, die auch das nach der Wende bekannt Gewordene berücksichtigt. Wer über Blochs Leben und die Genese des Werks umfassend bescheidwissen will, ist auf Dokumente angewiesen. Zu diesen gesellen sich jetzt die Briefwechsel von Karola Bloch mit Siegfried Unseld hinzu.

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